DOSB-Pressekonferenz im Deutschen Haus in Rio mit Dirk Schimmelpfennig, Michael Vesper und Ulrike Spitz (v.l.) © picture alliance / dpa Foto: Robert Schlesinger

Deutsches Team peilt 42 bis 71 Medaillen an

"Ausdauer und Geduld" - das ist die Marschroute des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für die am Freitag (05.08.16) beginnenden Sommerspiele in Rio de Janeiro. Bei der Zielsetzung orientiert sich der DOSB an Olympia 2012 in London: Damals holte das deutsche Team 44 Medaillen. Das zu wiederholen, wäre bereits eine "grandiose Leistung".

Die Maßzahl sind 44 Medaillen. "So viele haben wir in London 2012 gewonnen. Das ist der logische Vergleich und die Zahl, an der wir uns orientieren", sagte DOSB-Sportchef Dirk Schimmelpfennig am Mittwoch bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des Deutschen Hauses. "Wir würden gerne ein Ergebnis haben, aus dem man nicht schließt, dass wir schlechter geworden sind." Der sogenannte Medaillenkorridor, den Schimmelpfennig und seine Mitstreiter anpeilen, sieht 42- bis 71-mal Edelmetall vor. Auch wenn DOSB-Präsident Alfons Hörmann kürzlich angesichts der Dopingskandale den "Fokus weniger auf Metall" legen wollte.

"Am Ende wird addiert und analysiert"

Schimmelpfennig warb bereits für den Fall um Geduld, dass es wie in London nicht von Anfang an mit den Medaillen klappen sollte: "Wir gehen mit dem Plan rein, dass wir die Spiele mit Ausdauer und Geduld gestalten wollen. Wir haben 16 Wettkampftage. Am Ende wird addiert und analysiert. Man sollte nicht aus der Entwicklung der ersten Tage falsche Schlüsse ziehen." In London waren es am Ende elf Goldmedaillen, 19 silberne und 14 bronzene, nachdem die Deutschen an den ersten vier Tagen leer ausgegangen. Das zu wiederholen, wäre laut dem DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper "in einer verschärften internationalen Wettbewerbssituation eine grandiose Leistung".

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Die deutschen Goldkandidaten in Rio

Deutsches Haus noch nicht ganz fertig

Das Deutsche Haus selbst war am Mittwoch in Teilen noch immer eine Baustelle. Im Treppenhaus war Bohrmaschinenlärm zu hören, der Geruch von Putzmitteln lag in der Luft. Hier und da wurden noch Teppiche verlegt. Vesper schlug deshalb scherzend vor: "Wir können ja ein paar Handwerker aus dem Olympiapark hier hinschicken." Trotzdem zeigte sich der DOSB-Vorstandsvorsitzende bereits sichtlich zufrieden: "Der Platz bietet einiges an Atmosphäre. Ich finde, das Deutsche Haus liegt sehr gut. Für unsere Athleten ist es relativ gut zu erreichen. Barra ist das Zentrum der Spiele."

Neun Millionen Euro Gesamtkosten

Das Deutsche Haus in Rio © picture alliance / dpa Foto: Michael Kappeler

Das Deutsche Haus im "Barra Blue Beach Point".

Mit den Kokospalmen vor der Tür, dem mächtigen Strohdach und der direkten Strandlage wirkt das Deutsche Haus wie ein Treffpunkt für Surfer. Ab Donnerstagnachmittag, wenn das Haus auch offiziell eröffnet wird, sollen im "Barra Blue Beach Point" im Süden der Millionenmetropole allerdings die - möglichst erfolgreichen - deutschen Athleten mit Wirtschaftspartnern, Politikern und Medienvertretern zusammenkommen. Zwei Drittel der Mannschaft, 349 Sportler, Trainer und Betreuer, waren bis Mittwoch angekommen. Die Zahl soll auf bis zu 551 wachsen. Vesper nannte als Gesamtkosten für die Reise des deutschen Trosses zu den ersten Sommerspielen in Südamerika rund neun Millionen Euro. Die Entsendungskosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro trägt der Bund. Der DOSB zahlt drei Millionen Euro. Weitere 500.000 Euro übernimmt das Internationale Olympische Komitee (IOC).

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 03.08.16 18:31 Uhr