Wasserball © picture alliance / dpa Foto: Kerim Okten

Sportarten

Wasserball: Historie und Regeln

Über die genaue Entstehungsgeschichte des Wasserballs gibt es unterschiedliche Angaben. Klar ist, dass sich der Sport bereits in den 1870er Jahren in England entwickelt. Zunächst ist Wasserball mehr eine Rauferei unter Wasser, nicht selten gehen Athleten bei den heftigen Zweikämpfen k.o. Strengere Regeln sorgen Ende des Jahrhunderts für einen ruhigeren Ablauf der Partien. Wasserball ist 1900 in Paris die erste Mannschaftssportart, in der ein Olympiasieger gekürt wird. Großbritannien holt Gold. Das Vereinigte Königreich gewinnt auch die folgenden drei Turniere. 1928 holt Deutschland seinen bislang einzigen Olympiasieg. Gleichzeitig startet die Erfolgsserie der Ungarn. Bis 1980 holen die Magyaren immer Edelmetall. 2000 bis 2008 gelingt Ungarn sogar der Titel-Hattrick.

Hass-Duell Ungarn - UdSSR in Melbourne

Auch am legendärsten Spiel der Wasserball-Geschichte sind die Ungarn beteiligt. Die Partie gegen die Sowjetunion 1956 in Melbourne geht als das "Blutspiel von Melbourne" in die Geschichte ein. Unmittelbar vor dem Aufeinandertreffen haben Sowjettruppen den Aufstand gegen das kommunistische Regime in Budapest blutig niedergeschlagen. Die Atmosphäre in der Halle ist aufgeheizt, die meisten Zuschauer unterstützen die Magyaren. Im Wasser wird mit allen erlaubten und vielen unerlaubten Mitteln gekämpft. Beim Stand von 4:0 für Ungarn wird Ervin Zador von seinem sowjetischen Gegenspieler mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Bild des blutenden Stars geht um die Welt. Die Partie wird kurz vor dem Ende abgebrochen, die Polizei muss aufgebrachte Zuschauer zurückdrängen. Ungarn entscheidet später das Finale gegen Jugoslawien für sich und holt Gold. Viele ungarische Akteure kehren nach den Spielen nicht in ihre Heimat zurück.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr